RICOLETTAS WELT

Mittwoch, 26. August 2009

Verkauft …

Filed under: Motorrad,Supermoto — RICO @ 03:12 (3:12 AM)

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Verkauft …

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Vor wenigen Wochen hatte er nun die letzte von ausgesprochen wenigen Gelegenheiten des Jahres genutzt, um die Zweisamkeit mit Suse zu genießen und ’n paar Ründchen zu drehen. Wie gewöhnlich hatte er anfangs seinen eigenen Schatten gejagt. Doch mit zunehmender Dauer schwanden zunächst die Kräfte, dann die Konzentration und dann verließ ihn schließlich auch das letzte einsame Fünkchen Talent. Er beschloss, den Tag vorzeitig zu beenden, resigniert und begreifend, dass ohne vernünftige körperliche Vorbereitung „kein Blumentopf“ zu gewinnen ist. Und die bittere Erkenntnis, dass er noch so unendlich viel zu lernen hatte, stimmte ihn ziemlich nachdenklich.

580 Kilometer bis Castelletto di Branduzzo – sollte in knapp 6 Stunden zu machen sein. Aber nur noch vier Monate, um den erbärmlichen Rest von Ricos Körper in eine sportlich belastbare Hochleistungsmaschine zu verwandeln. Die ersten Peinlichkeiten erlebte er dann auf dem Zimmerfahrrad. Warum man einen alten Menschen noch mal so schinden muss, erschließt sich oft nur sehr mühsam. Aber Rico hatte nun ein Ziel und entwickelte dabei erstaunlichen Ehrgeiz. Von den ersten Liegestützen und Situps völlig außer Atem kamen ihm gewisse Zweifel. Knapp zwei Wochen später betrachtete seine Tochter Julia prüfend den „alten Herrn“ und ließ sich zu einem anerkennenden „man sieht, dass du wieder Sport machst,“ hinreißen. Uih, da hatte Ricos Motivation aber einen kräftigen Nachschlag erhalten.

Es hatte ein wenig von der traurig berühmten Geschichte mit dem Titel „Kunde droht mit Auftrag!“ Rico hatte beschlossen, seine umfangreiche Ausrüstung um weitere mehr oder weniger nützliche Details zu ergänzen. Im Besitz eines Hochglanzproduktes eines Händlers, dessen Namen wir zu seinen – denen des Händlers, nicht Ricos – Gunsten verschweigen wollen, konnte er eine gewisse Vorauswahl treffen und wurde schließlich auch auf der entsprechenden Homepage schnell fündig. Die üblichen Prozeduren schlossen sich an und bald war Ricos Konto um einen stattlichen Betrag erleichtert. Danach geschah erst mal nichts.

Man müsse ja auch ’ne gewisse Kulanz bei solchen Bestellungen kalkulieren, beruhigte er sich und wartete weiter geduldig. Etwa eine weitere Woche später wurde Rico nervös. Sollte der eben erwähnte, tatsächlich nicht unerhebliche, Betrag möglicherweise in den Untiefen des globalen Datenozeans verschollen sein? Was ist also einfacher, als mal unverfänglich nachzufragen? „Onlinebestellung? Hmm, da müssten sie mal in unserer Filiale nachfragen. Ich geb’ ihnen die Nummer.“ Rico notiert und tippt: „… der Herr Zucknudel (Anm.: Name vom Verfasser geändert) ist heute leider nicht da. Sie können aber gerne in unserem Ladengeschäft nachfragen. Ich sage ihnen die Nummer …“ „Danke, da habe ich schon nachgefragt“, antwortet Rico höflich. „An wen darf ich mich denn wenden?“, fragt er noch und hört den Namen. Wie kann man nur so heißen, denkt er sich und sucht in der Liste mit den bisher gewählten Nummern.

Der Rest ist schnell erzählt: Nach dem versprochenen (und tatsächlich erfolgten) Rückruf konnte sich Rico sicher sein. Bis Weihnachten – und das waren gerade mal noch drei lächerlich kurze Wochen – würde er, falls nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt, den Gegenwert seines hart verdienten Geldes erhalten haben. Soweit die Theorie.

Dass die gleichen Artikel, die er dann bei einem anderen, namhaften und sehr freundlichen Onlineshop orderte, zudem noch günstiger waren, fiel Rico erst nach der Neubestellung auf und bliebe eigentlich ziemlich nebensächlich aber weitere vier Wochen später war noch immer nicht das Geringste passiert und Rico hatte darauf kurzerhand die Bestellung storniert! Die Moral von der Geschicht‘ – trau’ dem Hochglanzprospekt nicht! Allerdings bekam die Angelegenheit im Nachhinein noch eine ganz besondere Note. Andy berichtete lange Zeit später am Telefon, dass ein Päckchen gekommen sei. Rico hatte nichts bestellt und konnte sich zunächst keinen Reim drauf machen. Als er spät abends nach Hause kam, fand er besagtes Päckchen: Es war die Lieferung, die er sechs Wochen zuvor storniert hatte …

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